RA Manfred Nasserke, Vorsitzender des Fachanwaltsausschusses Migrationsrecht

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RA Manfred Nasserke ist seit 2016 Vorsitzender des Fachanwaltsausschusses Migrationsrecht.


Warum sind Sie Rechtsanwalt geworden?

Ein Familienmitglied war u.a. langjähriger Rechtsschutzsekretär der Berliner IG Metall und hat mich insoweit beeinflusst . Letztlich entscheidend war für mich dann die Anwaltsstation während des Referendariats, die mir am besten gefiel.


Ihre Vorbilder in der Anwaltschaft?

Ich habe keine konkreten Vorbilder in der Anwaltschaft. Allerdings beeindrucken mich schon Strafverteidiger wie der im „Masken-Mann-Prozess“ vor zwei Jahren beim LG Frankfurt/Oder. Der Berliner „Tagesspiegel“ hatte darüber ausführlich berichtet.


Welche drei Eigenschaften sollte ein gute Rechtsanwältin oder ein guter Rechtsanwalt haben?

Engagement, die Bereitschaft zuzuhören, Kommunikationsfähigkeit…  und gute Kontakte


Wem empfehlen Sie, den Anwaltsberuf zu ergreifen?

Engagierten Persönlichkeiten mit einem „dicken Fell“.


Welche berufsrechtlichen Vorschriften für die Anwaltschaft halten Sie für notwendig oder aber für Überflüssig?

Das Recht zu Haftung für anwaltliche Tätigkeit sollte überdacht werden, wenn Mandanten aus der Wirtschaft Kanzleien vor allem danach auswählen, im Bedarfsfall dort Rückgriff für verlorene Prozesse nehmen zu können.


Worum geht es Ihnen bei Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in nächster Zeit?

Eine Großstadt wie Berlin mit einem Ausländeranteil von ca. 30% (zum Stichtag 30.06.2016), braucht fachlich kompetente Anwälte in vielen Bereichen, nicht zuletzt auch im Migrationsrecht. Die 2015 neu geschaffene Fachanwaltschaft für Migrationsrecht soll genau diesem Bedarf gerecht werden.


Was war Ihr Beweggrund für dieses Ehrenamt?

Die Zulassung von Fachanwälten sollte in den Händen der Anwaltschaft selbst bleiben. Dafür sind ehrenamtlich tätige Kollegen nötig, um die Kammerbeiträge in Grenzen zu halten.


Wieviel Zeit benötigen Sie für diese Aufgabe?

Der Zeitaufwand ist unterschiedlich, z.Zt. etwa 10 Stunden im Monat.


Wofür fehlt der Anwaltschaft die Zeit?

Der Anwaltschaft fehlt Zeit für die Vertretung der eigenen rechtspolitischen Positionen gegenüber Staat und Verwaltung. Stellungnahmen aus anwaltlicher Sicht sind dazu eher selten zu hören. Etwas mehr Publicity wäre gut. Z.B eine ständige Rubrik in einer Berliner Tagezeitung (bzw. im Netz) nicht nur zu Fragen des Arbeits- oder Grundstücksrechts, sondern auch zu rechtspolitischen Fragen!


Nutzen Sie soziale Netzwerke?

Nein, ich habe dafür zu wenig Zeit, bzw. beschäftige mich lieber mit Gartenarbeit.


Was macht Sie wütend?

Am meisten ärgert mich Ignoranz.


Welchem Thema würden Sie ein Buch widmen und mit welchem Titel versehen?

Mich hat das Buch „Anwalt ohne Recht“ über das Schicksal verfolgter Anwälte in der NS- Zeit beeindruckt. Einige waren hier im „Bayrischen Viertel“ in Berlin-Schöneberg tätig, in dem sich auch mein Büro befindet.


Welche Veränderung im Berufsalltag schätzen Sie besonders?

Ich schätze die technischen Neuerungen sehr. Zum Beispiel Laptop und Handy. Man muss nicht mehr täglich bis abends im Büro sitzen, um zu arbeiten.


Mit wem würden Sie gern einen Tag die Rollen tauschen?

Mit dem Leiter der Berliner Ausländerbehörde, Herrn Engelhard Mazanke, damit er Gelegenheit bekommt, das Aufenthaltsrecht auch einmal aus anwaltlicher Sicht kennenzulernen.


Haben es Männer in Ihrem Beruf leichter als Frauen?

Ja, m. E. haben es Frauen im Anwaltsberuf grundsätzlich schwerer als Männer….. Jedenfalls außerhalb des Familienrechts.


Welche Stärken und Schwächen haben Sie?

Zu meinen Stärken und Schwächen müssen Sie meine Tochter befragen, die kann Ihnen dazu mehr sagen…


Ihr größter Flop?

Mein größter Fehler war möglicherweise, nicht rechtzeitig in eine größere Bürogemeinschaft gegangen zu sein. Das wurde mir anläßlich einer schweren Erkrankung im Jahre 2017 klar.


Was Lesen, hören, schauen Sie morgens als erstes?

Ich höre morgens Deutschlandradio/Kultur bis ich im Büro bin.


Ihr liebstes Hobby?

Mein Hobby ist Tennis.


Welcher Rat hat Ihnen auf Ihrem Berufsweg besonders geholfen?

Ich bin selbst mit beruflichen Ratschlägen eher vorsichtig, höre aber gern zu, wenn andere Kollegen einen Ratschlag geben wollen. An einen besonders guten Rat kann ich mich z.Zt. nicht erinnern.

Kammerton 04-2019

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