Freisprechungsfeier für die Azubis

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Besondere Ehrung der Jahrgangsbesten. Mit dabei: Studiendirektorin Hilke Semer (Hans-Litten-Schule, links), RAK-Präsidiumsmitglied RA André Feske (2. v.l.), Michael Brunner-Ovadia (Vorstandsmitglied Landesverband RENO e.V., rechts). Foto: Dr. Linde


75 neue Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte (ReFa und ReNoFa) haben die diesjährige Abschlussprüfung im Januar bestanden. In einem würdigen Rahmen fand am 2. Februar 2019 im Logenhaus in der Emser Straße die traditionelle Freisprechungsfeier statt.


In bester Laune ließ RAK-Präsidiumsmitglied André Feske die Veranstaltung in ironischer Weise wie eine Gerichtsverhandlung beginnen und bat unter Beifall alle Absolventinnen und Absolventen sich zu erheben. Sie seien „angeklagt“, eine ausgezeichnete Berufsausbildung ausgewählt zu haben und ein selbstbestimmtes Leben führen zu wollen, führte er aus. Wie nicht anders zu erwarten war, erfolgte später für alle die offizielle Freisprechung. Das Ritual der „Freisprechung“ stammt übrigens aus der Zeit der Zünfte im Mittelalter, als der Lehrling noch in einem viel engeren Verhältnis zu seinem allmächtigen Meister stand. Mit der Freisprechung schied der Geselle aus dem Familienverband des Meisters aus.


In den Reden gab es zum Abschluss der Ausbildung noch allerlei Empfehlungen für die erfolgreichen neuen Fachkräfte. Studiendirektorin Hilke Semer von der Hans-Litten-Schule ermutigte ihre ehemaligen Schülerinnen und Schüler zur Tolerenz, Demokratie und Antirassismus: „Bringen Sie sich ein!“ Sie sprach den stillen Helferinnen und Helfern der Prüflinge ihren Dank aus: Eltern, Ehepartnern und Lebensgefährten, weiteren Angehörigen und Freunden. – Michael Brunner-Ovadia vom Landesverband RENO Berlin-Brandenburg e.V. ging auf die Digitalisierung der Arbeitswelt ein. Das Berufsbild der ReFa und ReNoFa gehe auf anspruchsvolle Assistenztätigkeiten über. Dies erfordere Fortbildung. Er warnte aber davor, den Beruf ausschließlich in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen: „Feien Sie die Feste, wenn sie fallen “, so sein Rat. – Der Berufsbildungsbeauftragte der RAK, RA André Feske, erklärte, er selbst könne sich die anwaltliche Berufsausübung ohne die Hilfe von ReFa oder ReNoFa nicht vorstellen. Wenn er in Urlaub fahre, wisse er die Kanzlei mit Hilfe der Fachkräfte in sicheren Händen.

Kammerton 0102-2019

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